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  • Alkoholismus / Alkoholkrankheit

Die Alkoholkrankheit (auch Alkoholabhängigkeit, Äthylismus, Dipsomanie, Potomanie, Trunksucht, Alkoholsucht oder Alkoholismus genannt) ist die Abhängigkeit von der psychotropen / psychoaktiven Substanz Ethanol, deren Genesung (meist) eine ärztliche / pharmakologische Entgiftung und später eine Entwöhnung erforderlich macht. Alkoholismus ist eine „offiziell“ gesetzlich anerkannte Krankheit.
Unsere Gesellschaft akzeptiert diese Krankheit vielleicht immer noch nicht zufriedenstellend.
Sie wird immer noch gerne als „Charakterschwäche“ angesehen, aber es nimmt sich wohl keiner für sein Leben vor Alkoholiker zu werden. Man trägt also keine Schuld an seiner Erkrankung.
Alkoholismus lässt sich aber nicht behandeln wie eine „übliche“ Krankheit.
Der Betroffene muss immer selber handeln.
Die Krankheit Alkoholismus kann nur zum Stillstand gebracht werden.
Geheilt wird man nie. Man bleibt sein Leben lang Alkoholiker.

Eine körperliche Entgiftung dauert i.d.R. max. 5 Tage. Sollten andere psychotropenSubstanzen (man spricht dann von Mehrfachabhängigkeit oder Polytoxikomanie) konsumiert worden sein, (z.B. Benzodiazepine oder illegale Drogen) kann die Entgiftung entsprechend länger dauern dauern. 

 

  • Alkoholabhängigkeit

Die WHO oder der ICD 10 definieren Alkoholismus über das Vorhandensein bestimmter Kriterien, die zur Diagnose herangezogen werden. Diese sind allerdings oft nur als Hilfsmittel zu gebrauchen, da die Grenzen zum Missbrauch oft fließend sind.

 –     Starkes Verlangen oder eine Art Zwang, Alkohol zu konsumieren.

–     Verminderte Kontrollfähigkeit in Bezug auf Menge, Beginn oder Ende des Konsums (d. h. es wird oft mehr Alkohol oder über einen längeren Zeitraum konsumiert als geplant, oder es bestehen der anhaltende Wunsch oder wiederholte Versuche, den Alkoholkonsum zu verringern oder zu kontrollieren).

–      Körperliche Entzugserscheinungen bei Konsumstopp oder Konsumreduktion.

–      Nachweis einer Toleranz (um die gewünschte Wirkung hervorzurufen, sind zunehmend größere Mengen an       Alkohol erforderlich, oder es treten bei fortgesetztem Konsum der gleichen Menge deutlich geringere Effekte auf).

–     Einengung auf Alkohol, d. h. Vernachlässigung anderer Interessen zugunsten des Alkoholkonsums, oder ein erhöhter Zeitaufwand, die Substanz zu beschaffen, zu konsumieren oder sich von den Folgen zu erholen.

–     Anhaltender Substanzkonsum trotz eindeutig schädlicher Folgen (wie z. B. Leberschädigung durch exzessives Trinken, depressive Verstimmungen infolge starken Alkoholkonsums oder eine Verschlechterung der kognitiven Funktionen), obwohl der Betroffene sich über die Art und das Ausmaß des Schadens bewusst ist oder bewusst sein könnte.

 

Die Alkoholabstinenz sollte nicht in Tagen, Monaten oder Jahren mit % Zahlen gemessen werden sondern bedeutet, dass der Abhängigkeitserkrankte den aufrichtigen Wunsch hat, sich vom Alkohol zu „verabschieden“. Für nahezu alle Alkoholiker ist der Gedanke keinen Alkohol mehr zu trinken unvorstellbar. Dennoch sind über die Jahrzehnte viele Millionen Alkoholiker durch lebenslange Abstinenz genesen. Auch viele bleiben über Jahre trocken. Da es eine chronische Krankheit ist, kann auch nach so langer Zeit wieder ein Rückfall eintreten, der meist nur kurzfristig ist.

 

  • Alkoholentzug

Das Wort Alkoholentzug wird häufig verwendet um den Versuch der Beendigung einer Abhängigkeitserkrankung vom Alkohol zu beschreiben. Das stimmt nur bedingt. Beim dem Entzug handelt es sich nur  um die körperliche Entgiftung von Alkohol. Bei einer Alkoholentwöhnung handelt es sich um eine weiterführende Therapie.

Der Alkoholentzug ( Entgiftung ) ist der erste Schritt eines chronisch kranken Alkoholikers (oder eines Alkoholikers der massiven Missbrauch betreibt) sich auf den Genesungsweg seiner Abhängigkeitserkrankung zu begeben. Dieser ist oft qualvoll und kann lebensgefährlich sein, wenn dieser ohne medikamentöse und ärztliche Unterstützung durchgeführt wird. Mit Hilfe der neuroelektrischen Stimulation und entsprechend vorsichtiger medikamentöser Begleitung in der unseren Therapiezentrum angegliederten privatärztlichen Suchtpraxis verläuft der Entzug sanft und in der Regel ohne Probleme innerhalb von 4 Tagen.

 

  • Alkoholbedingte Polyneuropathie

Die alkoholbedingte Polyneuropathie ist eine der häufigsten alkoholbedingten Nervenerkrankungen (betroffen sind 13-50% aller Abhängigen), die sich in schmerzhaften, kribbelnden, „strumpfförmigen“ oder „handschuhförmigen“ Missempfindungen vor allem an Füßen und Beinen, aber auch an Händen und Armen äußert. Weitere Merkmale der Polyneuropathie sind Lähmungserscheinungen, Brennen oder unangenehme Temperaturempfindungen, Wadenkrämpfe, Taubheitsgefühle an Füßen und Beinen, Störungen der Sensibilität, das heißt, dass Berührung und Schmerz nicht mehr oder nicht mehr richtig wahrgenommen werden können. Darüber hinaus leiden Betroffene unter unruhigen Beinen in der Nacht (restless legs), sie haben Probleme, normal zu laufen oder zu stehen. ( DD Kleinhirnatrophie ) Die Polyneuropathie kann mit Medikamenten und Krankengymnastik relativ gut behandelt werden. Die Prognose ist bei Abstinenz sehr günstig. In unserem Zentrum werden direkt zu Beginn der Behandlung Infusionen gegeben um den Verlauf positiv zu beeinflussen.

  • Alkoholbedingte Todesfälle

Alkoholbedingte Todesursachen sind schwer präzise zu erfassen, da wir auf der einen Seite über eine direkt damit verbundene Kausalität sprechen in der Alkoholabusus (Leberzirrhose) als Ursache beziffert werden (rund 73.000 Menschen pro Jahr in Deutschland) kann.  Auf der anderen Seite aber stehen die Folgekrankheiten (meist Krebs), die  nicht als alkoholkausal statistisch erfasst werden. Hier spielt sicher auch der kombinerte übermäßige Nicotinkonsum eine große Rolle.Schätzungen belaufen sich auf 200.000 Menschen die neben Krebs durch Unfall, Selbstmord, Organversagen u.v.m. sterben. Die Dunkelziffer mag höher liegen. 

 

 

  • Alkoholbedingte Erkrankungen

Alkoholbedingte Erkrankungen bzw. Todesursachen nach der Internationalen Klassifikation  

  • Cushing‘ Syndrom
  • Alkoholinduziertes Pseudo-Cushing-Syndrom 
  • Pellagra (alkoholbedingt) 
  • Pathologischer Rausch
  • Psychische und Verhaltensstörungen durch Alkohol: Akute Intoxikation 
  • Pathologischer Drogenrausch 
  • Alkoholmissbrauch 
  • Psychische und Verhaltensstörungen durch Alkohol: Akute Intoxikation
  • Psychische und Verhaltensstörungen durch Alkohol: Schädlicher Gebrauch
  • Psychische und Verhaltensstörungen durch Alkohol:
  • Abhängigkeitssyndrom
  • Andere Alkoholpsychosen
  • Entzugssyndrom
  • Delirium tremens (DT)
  • Psychische und Verhaltensstörungen durch Alkohol: Entzugssyndrom mit Delir 
  • Alkohol-Halluzinose
  • Alkoholischer Eifersuchtswahn
  • Andere Alkoholpsychosen 
  • Alkoholisches Korsakow-Syndrom (Korsakow-Psychose) 1
  • Psychische und Verhaltensstörungen durch Alkohol: Amnestisches Syndrom
  • Andere Alkoholdemenz 
  • Andere Alkoholpsychosen 
  • Nicht näher bezeichnete Alkoholpsychosen 
  • Psychische und Verhaltensstörungen durch Alkohol: Restzustand und verzögert auftretende psychotische Störung
  • Nicht näher bezeichnete Alkoholpsychosen
  • Psychische und Verhaltensstörungen durch Alkohol:
  • Nicht näher bezeichnete psychische und Verhaltensstörung
  • Zerebellare Ataxie bei anderweitig klassifizierten Krankheiten 
  • Zerebrale Degeneration bei sonstigen anderweitig klassifizierten Krankheiten 
  • Degeneration des Nervensystems durch Alkohol 
  • Polyneuropathie durch Alkoholabusus 35
  • Toxische Myopathien
  • Alkoholmyopathie
  • Alkoholische Myokardiopathie 
  • Alkoholische Kardiomyopathie
  • Gastritis durch Alkoholismus
  • Alkoholische Fettleber 
  • Akute alkoholische Hepatitis
  • Alkoholische Leberzirrhose
  • Alkoholische Fibrose und Sklerose der Leber
  • Nicht näher bezeichneter alkoholischer Leberschaden 
  • Alkoholisches Leberversagen 
  • Alkoholische Leberkrankheit, nicht näher bezeichnet
  • Alkoholinduzierte akute Pankreatitis 
  • Alkoholinduzierte chronische Pankreatitis 
  • Fetales Alkoholsyndrom (FAS) Einfluss des Alkohols auf den Fötus
  • Vermutliche Schädigung des Kindes durch sonstige Krankheiten der Mutter
  • Betreuung der Mutter bei (Verdacht auf) Schädigung des Feten durch Alkohol
  • Schädigungen des Fetus oder Neugeborenen durch Noxen, die sich auf dem Wege über die Plazenta oder die Muttermilch schädlich auf den Fetus oder das Neugeborene ausgewirkt haben
  • Schädigung des Feten und Neugeborenen durch Alkoholkonsum der  Mutter
  • Sonstige nicht näher bezeichnete Anomalien
  • Alkohol-Embryopathie (mit Dysmorphien) 
  • Erhöhter Blutalkoholspiegel 
  • Toxische Wirkung durch Äthylalkohol 
  • Toxische Wirkung: Alkohol, nicht näher bezeichnet 
  • Bei einigen Erkrankungen handelt es sich um sogenannte Sekundärcodes, die nicht als Grundleiden codiert werden dürfen. Sie bilden lediglich eine ergänzende Information zum eigentlichen Grundleiden (Primärcode), indem sie das Kapitel der Klassifikation bezeichnen, das im Zusammenhang mit dem Alkoholkonsum steht.

 

Alkoholismus kennt keine Grenzen

Die Krankheit „Alkoholismus” hat keine Grenzen. Sie kann alle betreffen. Auch Nobelpreisträger, berühmte Schriftsteller, kreative Künstler, Politiker, Ärzte, Piloten, Oscarpreisträger, Vorstandsvorsitzende und hochbegabte Intellektuelle können Opfer einer Alkoholabhängigkeit sein. Abraham Lincoln sagte einmal: „Alkoholismus erreicht scheinbar diejenigen stärker, deren Köpfe und Herzen im Vergleich zu anderen Menschen auf einer höheren Stufe stehen“.

Aus der Angst, der Hoffnungslosigkeit, der inneren Einsamkeit, des Schmerzes, der Isolation und der Verzweiflung steigen viele durch ihre Genesung auf Höhen empor, die sie sonst niemals erreicht hätten. Das Leben in der Genesung vom Alkoholismus ist eine Mischung aus Dankbarkeit, Gelassenheit, rigoroser Ehrlichkeit und Demut. Und es bringt die immer noch zaghaft und oft jahrelang ängstlichen Nächsten in greifbare Nähe, was vor der Genesung unmöglich war.

Die Genesung von einer Alkoholsucht oder einem Drogenkonsum ist für uns alle unter der einzigen Bedingung erreichbar, dass der Alkoholkranke oder Drogenabhängige den aufrichtigen Wunsch hat, mit dem Trinken von Alkohol oder der Einnahme von Drogen aufzuhören und dass sie offen sind für grundlegende Lebensveränderungen und bereit – um der Genesung willen – alles auf sich zu nehmen.

Dennoch möchten wir hinzufügen, dass wir es vermeiden zu sagen „Du darfst Dein Leben lang nicht mehr trinken”. Das ist Humbug und gar nicht überschaubar. Wir sagen nur, trinke heute nicht. Und das sagen wir uns jeden Tag. Das ist überschaubar. Abgesehen davon, wir dürfen Alkohol trinken wenn wir wollen. Die Frage ist nur, wollen wir, wissentlich der unausweichlichen Konsequenzen.

Wir garantieren allen unseren Gästen, dass sie ihre Nüchternheit schaffen werden, wenn sie bedingungslos unseren Empfehlungen folgen. Sobald hinter dem „Ja” ein „Ja aber” steht, erlischt diese Garantie dem Alkoholismus zu entkommen.

 

 

  • Alkoholentwöhnungsbehandlung

Die Aussage „Sie müssen eine Langzeittherapie machen” ist Mythos. Zitat von John Schwarzlose, CEO des Betty Ford Centers: Es geht nicht um die Länge der Therapie sondern um die Qualität und Intensität”.  Mittlerweile ist dies in vielen wissenschaftlichen Studien belegt. In den USA sind 28 Tage Behandlungen zur Regel geworden.

Das Wichtigste ist und bleibt: Wie verändere ich mein Leben nach der Therapie?

 

 

  • Alkoholentzugssyndrom

Mit dem Begriff Entzugssyndrom werden alle körperlichen und psychischen Erscheinungen zusammengefasst, die nach dem Absetzen oder einer Dosisreduktion von psychotropen/psychoaktiven auftreten. Dabei hängt die Ausprägung der Symptome von der Art der zuvor verwendeten Substanzen und der Dauer (Frequenz und Steigerung des Konsums) des Substanzgebrauchs ab. Jede Substanzgruppe erzeugt substanzspezifische Entzugssymptome.

Bei Alkohol entstehen Entzugsymptome durch abruptes Absetzen des Konsums von Alkohols und lösen  Zittern der Hände, Schweißausbrüche, trockenes Erbrechen, Übelkeit, Schwindelgefühle bis hin zu epileptischen Krampfanfällen oder Delirium Tremens aus. Letztere sind lebensbedrohlich

Diese Symptome entstehen insbesondere bei Spiegeltrinkern, weniger bei Episoden oder Phasentrinkern

 

  • Alkoholische Gastritis

„Auf den Magen geschlagen”. Die Magenschleimhautentzündung (oder Gastritis) ist eine äußerst häufige Krankheit, die akut, oft auch chronisch verläuft. Es treten Oberbauchschmerzen, Appetitlosigkeit, in schweren Fällen auch Übelkeit und Erbrechen auf. Die akute Form ist meist durch saure, reizende Stoffe verursacht wie Alkohol oder schmerzstillende Medikamente oft in Kombination  mit körperlichen bzw. seelischen Stress. Erhöhter Koffeinkonsum und Zigaretten erhöhen das Risko noch zusätzlich – „alles typische Säurelocker“.

Wenn man an Gewicht verliert, stundenlang anhaltend, bzw. über mehrere Tage erbricht oder schwarzen Stuhlgang hat, sollte man sofort einen Arzt aufsuchen. Die chronische Gastritis zeigt nur geringfügige Symptome. Daher sollte man auch bei dauerhaften geringfügigen Beschwerden abklären lassen, ob eine Erkrankung vorliegt. Alarmsymptome sind: Gewichtsabnahme, Appetitlosigkeit, Druckgefühl im Brustkorb und Verdauungsstörungen.

 

  • Alkoholbedingte Pankreatitis

Die akute Pankreatitis kann mehrere Ursachen haben. Am häufigsten sind Gallensteine (Choledocholithiasis), die sich in der Mündung des Gallengangs in den Zwölffingerdarm, die gleichzeitig auch die Mündung des Bauchspeicheldrüsengangs (Papilla Vateri) ist, vorübergehend oder länger festklemmen (ca. 45 % der akuten Pankreatitiden).  Eine andere Ursache ist übermäßiger oder chronischer Alkoholmissbrauch (ca. 35 %). Hier führt der Alkohol ebenfalls zu einer Permeabilitätssteigerung des Gangsystems, zu veränderter Sekretion und Zusammensetzung des Gallensafts und zur Gangssklerosierung. Per der Pankreatitis handelt es sich um eine schwer behandelbare Komplikation, die bei Chronifizierung in vielen Fällen zum Tode führt.

 

  • Alkoholkonzentration

Die Blutalkoholkonzentration (BAK) ist ein Maß für die Menge von Alkohol im Blut und wird üblicherweise in Gewichtsanteilen als g/kg Promille) angegeben. Sie wird verwendet, um Aussagen über die Einschränkung der Konzentrations- und Zurechnungsfähigkeit durch Alkohol abzuleiten. Die BAK kann in einer Blutprobe gemessen, aus der Atemalkoholkonzentration geschätzt oder durch Näherungsformeln über den Alkoholkonsum abgeschätzt werden. Die Entnahme einer Blutprobe kann erzwungen werden. Blutalkohol wird in deutschen Laboren entweder in Gramm pro Liter (g/l) oder in Promille (‰) gemessen (1 ‰ = 1 g/kg ≙ 1,06 g/l und 1 g/l ≙ 0,94 g/kg = 0,94 ‰).

  • Alkoholmenge (verträglich bzw. unverträgliche Alkoholmengen)

Bier, Wein, Schnaps – auf der Grundlage aktueller Studien verkünden Wissenschaftler Grenzwerte zum Alkoholkonsum. Demnach dürfen Männer doppelt so viel Alkohol trinken wie Frauen. Ein Grund: Tausende Fälle von Brustkrebs sind auf Alkoholeinfluss zurückzuführen.

Höchstens ein halber Liter Bier oder ein viertel Liter Wein pro Tag – wer mehr trinkt riskiert seine Gesundheit. Mit dieser Warnung haben Wissenschaftler unlängst in München ihre aktuelle Empfehlung zum Alkoholkonsum vorgestellt. Die präzisen Grenzwerte seien durch eine Reihe von Studien belegt, erklärte Rolf Hüllinghorst von der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS). Zudem hätten sich alle relevanten Wissenschaftler Deutschlands darauf geeinigt. Demnach sollen Männer nicht mehr als 0,5 bis 0,6 Liter Bier oder 0,25 bis 0,3 Liter Wein pro Tag trinken. Frauen wird sogar nur die Hälfte dieser Menge empfohlen. Die Experten empfahlen zudem, zwei Tage pro Woche gar keinen Alkohol anzurühren. Für bestimmte Risikogruppen gelten sogar noch niedrigere Grenzwerte. So stellten Wissenschaftler in Studien einen Zusammenhang zwischen Brustkrebserkrankungen und Alkoholkonsum fest. Europaweit gebe es jährlich 11.000 Fälle von Brustkrebs, die auf Alkoholeinfluss zurückzuführen seien, berichteten die Experten. Schon bei regelmäßigen kleinsten Dosen seien Gefährdungen gegeben, erklärte der Sprecher des Wissenschaftlichen Kuratoriums der DHS, Karl Mann. Besonders Frauen, in deren Familien Brustkrebs auftrat, sollten Alkohol deshalb meiden. Auch in der Schwangerschaft gelte die Devise: Kein Alkohol.

Alkoholkonsum kontrollieren

 

Kontrolliertes Trinken ist ein Mythos.

Wenn es überhaupt Kontroversen gibt, dann die „ob ein Alkoholiker kontrolliert trinken kann?“. Damit meinen wir die Kontroversen was die Krankheit Alkoholismus angeht. Niemand würde diese Frage stellen, wenn es um einen Heroin abhängigen Menschen ginge. Beim der Alkoholabhängigkeit handelt es sich um eine neurobiologische Erkrankung mit chronischem, progressivem und teilweise tödlichem Verlauf.

Wir zitieren an dieser Stelle aus dem „Blauen Buch“ der Anonymen Alkoholiker: „Die meisten von uns wollten nicht zugeben, wirklich Alkoholiker zu sein. Keiner mag den Gedanken, sich körperlich und geistig von anderen zu unterscheiden. Deshalb überrascht es nicht, dass Trinkerkarrieren von zahllosen vergeblichen Versuchen gekennzeichnet sind, so zu trinken wie andere Leute. Jeder abnorme Trinker ist von dem Wahn besessen, er könne irgendwie, irgendwann sein Trinken kontrollieren zu genießen. Es ist erstaunlich, mit welcher Hartnäckigkeit an dieser Illusion festgehalten wird. Viele bleiben dabei, bis sie die Schwelle des Irrsinns überschritten oder „den Tod vor Augen haben“. Viele gehen so weit, dass sie tatsächlich an diesem Wahn sterben.

Fortsetzung des Zitats aus dem Blauen Buch der Anonymen Alkoholiker „Wir haben gelernt, dass wir in unserem Inneren rückhaltlos zugeben mussten, Alkoholiker zu sein. Das ist der erste Schritt der Genesung. Der Wahn, dass wir wie andere sind oder je werden könnten, muss zerschlagen werden.

Alkoholiker sind Männer und Frauen, die die Fähigkeit verloren haben, kontrolliert zu trinken. Wir wissen, dass kein Alkoholiker jemals wieder kontrolliert trinken kann. Wir alle durchlebten Zeiten, in denen wir meinten, die Kontrolle wiedererlangt zu haben. Auf solche meistens kurzen Intervalle folgt unweigerlich ein noch größerer Kontrollverlust, der nach einiger zu einem erbärmlichen, unfassbaren Verfall führte. Bei uns gibt es keinen Zweifel, dass Alkoholiker wir in der Gewalt einer (mächtigen) fortschreitenden Krankheit sind, die immer schlimmer wird, aber niemals besser. Wir sind wie Menschen, die ihre Beine verloren haben. Ihnen wachsen niemals neue.“

Bitte betrachten Sie diese Worte als absolute Wahrheit. Sie sind von Menschen geschrieben worden, die die Hölle des Alkoholismus durchlebt haben und wissen, dass sie nicht mehr kontrolliert trinken können.

Alkoholmissbrauch

Welche Folgen können durch Alkoholmissbrauch entstehen?

Der Alkoholmissbrauch führt zu

  • Schädigung der körperlichen Gesundheit,
  • psychischen Störungen,
  • sozialen Schwierigkeiten.

Welche körperlichen Schäden können durch Alkoholmissbrauch entstehen?

Alkohol hat wie keine andere vergleichbare Substanz gleichzeitig 4 verschiedene Eigenschaften: Er ist ein Nahrungsmittel, ein Genussmittel, ein Rauschmittel, und ein Gift. Alkohol ist sogar sehr giftig, wenn er in größeren Mengen rasch getrunken wird. So kann z. B. eine Flasche Schnaps, in kurzer Zeit getrunken, zu tödlicher Vergiftung führen. Aber auch geringere Mengen können äußerst schädlich sein, wenn sie regelmäßig über längere Zeit getrunken werden. Dabei ist zu bedenken, dass die Verträglichkeit des Alkohols von Person zu Person erheblich schwanken kann.

Alkohol kann fast alle Organsysteme schädigen. Wenn sich der Betreffende zusätzlich ungenügend und fehlerhaft ernährt, entsteht ein Mangel an einzelnen Vitaminen. Dieser Mangel führt dann zu weiteren körperlichen Schädigungen. Die wichtigsten Körperschäden sind:

  • Schädigungen der Leber (Fettleber, Hepatitis, Leberzirrhose),
  • Schädigungen der Magenschleimhaut (Gastritis),
  • Schädigungen der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis),
  • Schädigungen des Herzens (Kardiomyopathie),
  • Nervenentzündungen (Polyneuropathie),
  • Hirnschädigungen,
  • sonstige Krankheiten (erhöhte Infektionsanfälligkeit, bestimmte Krebserkrankungen, Schädigungen der männlichen Geschlechtsorgane),
  • Schädigungen des Embryos.

Schädigungen der Leber

Der Abbau des Alkohols geschieht in 93% in der Leber. Die Leber wird damit zum Hauptangriffspunkt des Alkohols. Schon geringe Mengen Alkohol können Veränderungen im Zellaufbau der Leber verursachen, die sich aber wieder zurückbilden. Bei längerdauerndem Konsum von größeren Mengen Alkohol treten regelmäßig schwere Schäden der Leber auf. Es hat sich gezeigt, dass mit Leberschäden zu rechnen ist, wenn täglich mehr als 60 g Alkohol getrunken werden (diese Menge entspricht z.B. 2 Liter Bier oder ¾ l Wein oder 5 großen Schnäpsen 35 Vol%). Bei Frauen liegt der Grenzwert deutlich niedriger. Hier muss jedoch ausdrücklich betont werden, dass die angegebenen Mengen nichts aussagen über mögliche Schäden in anderen Organsystemen: dort können bereits wesentlich geringere Mengen, über lange Zeit hinweg genossen, zu erheblichen Schädigungen führen!

Die Leberschädigungen zeigen sich zunächst meist in einer Verfettung der Leberzellen (Fettleber). Gleichzeitig kommt es zu einer Vergrößerung des Organs. Infolge der Verfettung nimmt dann die Funktionsfähigkeit der Leber ab, die für den Körper absolut lebenswichtig ist. Die Leberverfettung lässt sich in vielen Fällen auch durch bestimmte Blutuntersuchungen erkennen. Bei Alkoholabstinenz ist eine Rückbildung der Leberverfettung und auch der erhöhten Laborwerte zu erwarten. Es muss hier ganz allgemein betont werden, dass mit der Normalisierung der Organbefunde das Problem des Betroffenen, nämlich sein Alkoholmissbrauch oder seine Abhängigkeit, in keiner Weise gelöst ist, sondern einer eigenen Behandlung bedarf.

Eine weitere, wesentlich schwerwiegendere Schädigung der Leber besteht in der alkoholisch bedingten Leberentzündung (Hepatitis). Dabei kommt es zu entzündlichen Veränderungen am Lebergewebe. Vielfach treten auch erhebliche klinische Krankheitserscheinungen wie Verdauungsstörungen und Gelbsucht auf. Die Leberentzündung ist besonders deswegen gefährlich, weil sie zur Leberzirrhose führen kann. Bei dieser Krankheit, die chronisch über Jahre verläuft und auch weiter fortschreiten kann, wenn der Alkoholmissbrauch aufgegeben wird, wird das Lebergewebe durch ein Gewebe ersetzt, das die Funktion der Leber nicht zu erfüllen vermag, nämlich durch Bindegewebe. Im späten Verlauf der Leberzirrhose kommt es zu Völlegefühl, starken Blähungen, schließlich Wassersucht (Aszites) und Ausweitung der Blutgefäße an der Speiseröhre (Ösophagus Varizen), die zu lebensgefährlichen Blutungen führen können. Die Leberzirrhose ist die häufigste Todesursache der Alkoholkranken. Zwar gibt es für die genannten Leberschäden auch andere Ursachen, doch in den meisten Fällen werden sie durch Alkoholmissbrauch bedingt.

Hirnschädigungen

Das Gehirn gehört zu den am häufigsten und schwersten betroffenen Organen. Allerdings sind die Folgen der Hirnschädigung oft erst relativ spät zu erkennen. Untersuchungen an Personen mit langjährigem Alkoholmissbrauch haben gezeigt, dass diese im Gegensatz zu Nichtalkoholkranken viel häufiger eine Hirnschrumpfung bekommen, wie sie sonst bei alten Leuten oder bei bestimmten schweren Hirnkrankheiten beobachtet wird. Mit dieser Hirnschrumpfung geht häufig eine Verminderung der geistigen Leistungsfähigkeit einher. Die Hirnschäden können sich u.U. im Laufe von Monaten teilweise zurückbilden, aber nur, wenn strikte Alkoholabstinenz eingehalten wird. Ein Schrumpfen des Kleinhirn führt zu typischen Gleichgewichtsstörungen und Gangbild (Matrosengang ) und ist irreversibel.

Sonstige Krankheitsbilder

Bei vielen Alkoholkranken nimmt die Anfälligkeit für Infektionskrankheiten (z.B. Grippe) zu, weil die natürlichen Abwehrvorgänge des Körpers geschwächt werden. Bei chronischem Missbrauch von Alkohol und Tabak kommt es auch häufiger als bei Nichttrinkern und Nichtrauchern zu Krebserkrankungen der oberen Verdauungsorgane, also zu Zungenkrebs, Rachenkrebs, Speiseröhrenkrebs.

Alkohol beeinflusst auch ungünstig die männlichen Sexualorgane. Schon bei einmaligem Konsum größerer Alkoholmengen lässt sich eine deutliche Verminderung des männlichen Sexualhormons im Blut nachweisen. Bei chronischem Alkoholmissbrauch kommt es zu einer Schrumpfung des Hodengewebes, was mit einer Verminderung der Produktion der männlichen Sexualhormone einhergeht. Dies führt zu einer Minderung der Potenz und zusätzlich zu Körperveränderungen wie Anschwellen der Brustdrüsen ( Gynäkomastie )und Verlust der männlichen Genitalbehaarung.

 Alkohol und Burnout

Burnout als Anzeichen für übermäßigen Alkoholkonsum

Ein übermäßiger Alkoholkonsum ist meistens das erste Anzeichen für einen Burnout. Sie verspüren den starken Wunsch Alkohol zu trinken. Bei einem Burnout sind Sie nicht in der Lage, den Alkoholkonsum vernünftig zu steuern. Bei einem Burnout-Syndrom treten körperliche Beschwerden nach Absetzen oder Einschränken des Alkoholkonsums auf. Sie benötigen immer größere Mengen an Alkohol um die ursprüngliche Wirkung des Alkohol zu erreichen. Der für das Burn-out-Syndrom typische Zustand ist Erschöpfung, Depressionen, Niedergeschlagenheit und man fühlt sich ausgebrannt. Ohne Abhilfe entsteht dadurch leicht ein Burn-out-Syndrom. Alkoholismus und Drogenprobleme sind die Folge.

Durch die Dauer herkömmlicher Therapieprogramme scheitert bei den meisten Betroffenen der Versuch sich aus dem Teufelskreis von Alkoholismus, Alkoholabhängigkeit, Depressionen, Stress und Erschöpfung zu lösen.

Die meisten Teilnehmer unserer Alkoholtherapie leiden schon jahrelang an einem Burn-out und einer schweren Alkoholabhängigkeit. Durch unsere Alkoholtherapie bekommen Sie in nur 21 Tagen vermittelt, wie Sie Ihr Leben erfolgreich neu orientieren können! Gemeinsam mit unserem Team aus kompetenten Therapeuten bieten wir ein Kompaktprogramm zur Bewältigung von Ängsten, Stress, Depressionen und Erschöpfung, wobei der Behandlungsschwerpunkt auf Entwöhnung vom Alkoholismus liegt.

Bei uns werden Sie nicht von der Lebensrealität abgeschottet und in Ihren eigenen Bedürfnissen eingeschränkt. Unser Erfolg bei der Behandlung von Alkoholismus, Burn-out, Depressionen und der damit verbundenen Alkoholabhängigkeit liegt in der individuellen, intensiven, familiären und persönlichen Zuwendung.

 

 

  • Alkoholspiegel

Auch wenn Frauen und Männer die gleiche Menge Alkohol trinken, ist der Alkoholspiegel bei Frauen höher als bei Männern. Der Grund: Der männliche Körper hat einen höheren Flüssigkeitsgehalt als der weibliche. Somit verteilt sich der aufgenommene Alkohol bei Männern auf mehr Flüssigkeit – ihr Alkoholspiegel ist bei gleicher aufgenommener Menge niedriger als bei Frauen. Hinzu kommt, dass die Leber einer Frau den Alkohol langsamer abbaut als die eines Manns. Nach dem Konsum von Alkohol baut der weibliche Körper pro Stunde und Körpergewicht etwa 0,085 Gramm Alkohol ab, während es beim Mann rund 0,1 Gramm sind.

  • Alkoholtoleranz

In der Pharmakologie versteht man unter Toleranz die Gewöhnung an einen Wirkstoff, wobei dessen Wirkung durch wiederholte oder chronische Einnahme über einen bestimmten Zeitraum abnimmt. Kommt es zu einer Toleranz gegenüber ganzen Substanzgruppen, spricht man von einer Kreuztoleranz. In vielen, aber nicht in allen Fällen, kann zur Erzielung der gleichen Effektstärke die Dosis erhöht werden. Es gibt verschiedene neurochemische Mechanismen, welche der Toleranzentwicklung zugrunde liegen

Alkohol Allgemeine Information

Alkoholische Getränke sind seit langer Zeit ein Bestandteil der Kulturgeschichte; auch heute trinken die meisten Menschen Alkohol und für sehr viele besteht darin kein Problem. Bei einigen Menschen ist allerdings nicht nur das Trinkverhalten exzessiv, sondern dies ist für sie selbst und für andere mit schwerwiegenden Konsequenzen verbunden Dies bedeutet, dass das Trinkverhalten von vergleichsweise wenigen Personen für eine große Menge damit verbundener Alkoholprobleme verantwortlich ist.

Was ist Alkohol?

Alkohol (Äthanol) ist eine psycho-aktive Droge; seine Hauptwirkung betrifft die Funktion des Gehirns. Menschen können zwar in kurzer Zeit viel Alkohol trinken, die Umwandlung und Ausscheidung durch den Körper geschieht jedoch sehr langsam. Der unverarbeitete Alkohol verbleibt im Blutkreislauf und wird als Alkoholspiegel bezeichnet. Der Alkoholgehalt einzelner Getränke ist unterschiedlich: Ein Liter Wein enthält ungefähr so viel Alkohol wie drei Liter Bier oder wie fünf Gläser (ca. 4 cl) Schnaps, Cognac oder Whiskey.

Was bewirkt Alkohol?

Die Wirkung von Alkohol hängt von der konsumierten Menge, vom Zeitraum, von den Vorerfahrungen mit Alkohol und von den Trinkumständen ab (Stimmung, Anwesenheit anderer Personen). In geringen Mengen erfreuen sich viele Menschen am Genuss von Alkohol. Mit dem Anstieg des Blutalkohols kippt die Wirkung und beeinträchtigt die normalen Hirnfunktionen. Solche Effekte sind etwa eine veränderte und verwirrte Sprache oder Gedächtnislücken (so. „black outs“). Wiederholtes schweres Trinken über längere Zeit hinweg hat üblicherweise sehr schädliche Langzeitwirkungen.

Dies können leichtere körperliche Beschwerden wie Magenentzündungen bis hin zu schweren Gehirnschäden oder eine Leberzirrhose sein. Auf der psychischen und sozialen Ebene ist eine Verschlechterung der Arbeitsleistung, eine Beeinträchtigung der sozialen und familiären Beziehung bis hin zum Arbeitsplatzverlust und Arbeitslosigkeit bzw. Scheidung und Gewalt in der Familie anzuführen. Das Risiko ernsthafter Erkrankungen nimmt noch zu, wenn das Trinken mit dem Zigarettenrauchen kombiniert auftritt.

Alkoholtoleranz (Verträglichkeit) und Alkoholabhängigkeit:

Dies sind zwei spezielle Merkmale, die den Alkoholismus prägen. Toleranz meint, dass Personen im Verlaufe des Trinkens immer größere Mengen an Alkohol benötigen, um dieselben Effekte zu erzielen. Menschen mit erhöhter Alkoholtoleranz können trotz hohen Alkoholkonsums kaum beobachtbare Merkmale einer Alkoholvergiftung aufweisen. Schwere Gewohnheitstrinker können leichte Merkmale einer körperlichen bzw. psychischen Abhängigkeit entwickeln. Psychische Abhängigkeit meint ein zwanghaftes Bedürfnis nach Alkohol (Denken an Alkohol). Psychische Abhängigkeit ist von körperlicher Abhängigkeit zu trennen, beide Formen treten aber zumeist gemeinsam auf. Körperliche Abhängigkeit meint die Gewöhnung des Körpers an Alkohol. Der Verzicht auf Alkohol bewirkt in diesem Stadium das sogenannte Alkohol – Entzugs – Syndrom (Halluzinationen, Zittern, Anfälle, Alkohol – Delir).

Risikofaktoren und exzessives Trinken:

Gibt es eine genetische Veranlagung? Es gibt gewisse Hinweise für eine genetische Grundlage bzw. Anfälligkeit für Alkoholprobleme; es ist allerdings unklar, was man genau als angeboren bezeichnen kann. Klar scheint, dass Männer, deren Väter Alkoholiker waren, ein erhöhtes Risiko aufweisen, selbst Alkoholprobleme zu entwickeln; dies gilt im besonderen Maße, wenn dieses Muster bereits über Generationen hinweg vorliegt. Einschränkend muss man allerdings anführen, dass diese Personen nur einen geringen Teil aller Menschen mit Alkoholproblemen ausmachen. Die meisten Alkoholiker besitzen keine familiären Vorläufer mit Alkoholproblemen, so dass die Umgebung wohl einen großen Anteil an der Entwicklung von Alkoholismus ausmacht. Die verschiedenen Befunde zeigen recht deutlich, dass Alkoholismus weder rein biologisch noch rein durch die Umgebung verursacht wird; man spricht deshalb von einem „bio-psycho-sozialen-Modell“. Zusammengefasst heißt dies, dass einige Personen zwar ein erhöhtes Risiko aufweisen, dass allerdings jeder Mensch im Prinzip für Alkoholprobleme anfällig ist.

Warum trinken Menschen trotz schwerer Langzeitkomplikationen?

Dafür gibt es unterschiedliche Gründe: Lange Zeit ging man davon aus, dass problematisches Trinkverhalten in erster Linie eine Reaktion auf negative emotionale Zustände (z.B. Angst, Depression), auf persönliche Probleme oder sozialen Druck darstellt. Die neuere Forschung zeigt, dass Menschen auch dann trinken, wenn sie in guter Stimmung sind – offenbar, um sich noch besser zu fühlen. Unabhängig davon, ob Menschen negative Gefühle zu bewältigen versuchen oder ob sie ihre positive Stimmung noch verbessern wollen: die positive Wirkung des Alkohols ist sehr kurzfristig und dies beeinflusst das Verhalten (bei 2 Liter Bier gerate mal 1 Stunde) bedeutend stärker als die negativen Effekte. Dieser kurzfristige Belohnungseffekt scheint einer der wichtigsten Gründe für übermäßiges Trinken zu sein; für diesen Effekt nehmen Menschen offenbar langfristige negative Folgen in Kauf.

Was kann man tun?

Zur Behandlung von Alkoholmissbrauch gibt es ganz unterschiedliche Ansätze: Medikamente gegen Alkoholkonsum, Einzel- und Gruppentherapie, Anonyme Alkoholiker, Verhaltenstherapie, usw. Alle Behandlungsstrategien zeigen nur begrenzt beziehungsweise in der Kombinatieon einen Erfolg. Erschwerend kommt hinzu, dass sogar das Behandlungsziel sehr umstritten ist. Früher galt totale Abstinenz als das einzige Ziel; in den letzten Jahren zeigt sich, dass eine Verringerung des Alkoholkonsums bereits ein wichtiges Ziel der Behandlung sein kann. Dies gilt insbesondere für Personen, deren Probleme nicht allzu schwerwiegend sind. Die verhaltenstheoretische Forschung der letzten 20 Jahre hat zu einer deutlichen Verbesserung der Situation beigetragen (insbesondere im Bereich der diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen). Am Beginn verhaltenstherapeutischer Behandlungsmaßnahmen steht eine detaillierte Erfassung des Trinkverhaltens. Diese Informationen bilden eine Grundlage für einen individualisierten Behandlungsplan, um positive Veränderungen im Problemverhalten und der damit verbundenen Verhaltensmuster zu erreichen.

Allgemeine Prinzipien der Behandlung sollten sein:

  • Individualisierung, d.h. Berücksichtigung der Bedingungen des einzelnen Patienten;
  • Möglichkeit sparsame Eingriffe in das Leben einer Person
  • Berücksichtigung motivationaler Bedingungen, die eine Veränderung begünstigen;
  • Spezielle Planung von Rückfallprävention, weil Rückfälle auch nach einer erfolgreichen Behandlung sehr häufig möglich sind.

Verhaltenstherapeutische Behandlungen berücksichtigen den Schweregrad eines Alkoholproblems in differentieller Weise: Für deutlich abhängige Patienten ist in der Regel eine stationäre Behandlung angezeigt. Bei Problemtrinkern, die zahlenmäßig einen Großteil der Alkoholiker ausmachen, erweist sich eher eine ambulante Therapie als sinnvoll.

Wie lange dauert die Behandlung?

Die Dauer der Behandlung hängt vom Bedürfnis der Person ab – für einige wenige können dies nur einige wenige Sitzungen sein; für andere bedeutet Therapie einen intensiven und langfristigen Prozess. Als generelle Empfehlung sollte die Behandlung mit minimalen Strategien einsetzen, die für anstehende Probleme geeignet sind; bei Bedarf kann auf zusätzliche Behandlungsmethoden zurückgegriffen werden. Als ein zentrales Problem der Behandlung von Patienten mit Alkoholproblemen muss die Motivation erwähnt werden: Viele Patienten kommen auf Druck des Arbeitgebers, des Gerichtes oder des Partners zur Therapie und sie sehen selbst keine Notwendigkeit einer Veränderung. Der erste Schritt in einen verhaltenstherapeutischen Behandlungsansatz muss deshalb auf die Klärung und den Aufbau einer Bereitschaft des Patienten zu einer konkreten Änderung gerichtet sein.

Grundsätzlich jedoch gilt es als Mythos dass ein Alkoholiker eine „Langzeittherapie“ machen sollte. Denn es geht nicht um die Länge der Therapie, sondern um deren Intensität und Qualität (Zitat: John Schwarzlose, CEO des Betty Ford Centers, USA). Wenn 4 Wochen als ausreichend gelten, dann wegen der Intensität und Qualität und vor allem um die Frage: „was tut der Alkoholiker nach seiner Therapie“. Hier liegt in der Tat die Genesung.