Weiterführende Therapien

Etwas hat sich verändert. Damit es bleibt für immer!

„Verzweiflung, Hoffnungslosigkeit, Angst und Schamgefühle verfolgen alkohol- und drogenkranke Menschen und deren Angehörige meist jahrelang”.

 

Der Anfang ist gemacht, nun ist es an der Zeit auf diesem Weg zu bleiben und nicht mehr von ihm abzuweichen.

Die 12 Schritte Gruppe

„Es ist ein einfaches Programm für komplizierte Leute.“

„Zusammen stellten wir uns einen Rahmen vor, in dem unsere Patienten die Stille unserer Berge und die Weite unserer Wüste genießen würden. Wir wollten kein Krankenhaus, sondern ein Zentrum, wo die Hilfesuchenden ein Gefühl von Heimat weit weg von zu Hause finden würden…….Unsere Berufung hier ist, wirksame Dienste bereitzustellen, damit Frauen, Männer und Familien den Genesungsprozess beginnen können.“ Betty Ford zur Entstehung ihres ersten Zentrums für Alkoholkranke Die 12 Schritte sind einerseits aus der Erfahrung bitterer Not und andererseits aus dem Erleben des Freiwerdens durch die Erfahrung einer Kraft, die größer als die Ihre ist, entstanden. Sie sind keine Gebote oder Verbote, sondern Erfahrungsangebote. Dieses Genesungsprogramm ist nicht für Theoretiker und Diskutierer, sondern für Menschen in Not, die ihre Ohnmacht gegenüber ihrer Abhängigkeit, ihrer Begrenztheit und ihren Fehlverhaltensweisen erkannt und zugegeben haben. Erst durch das Leben mit den Schritten zeigen sie ihren echten Wert. Ob ein Stuhl hält, was er verspricht, nämlich eine Sitzfläche zu sein, klärt man nicht durch Diskutieren, sondern indem man sich draufsetzt. In unseren Seminaren werden die 12 Schritte von selbst betroffenen heutigen Therapeuten mit Ihnen besprochen und erarbeitet. Dabei geht es nicht um ein theoretisches Konzept, sondern um erlebte Wirklichkeit. Gehören die zwölf Schritte in englischsprachigen Ländern der Welt absolut zu einem Muss in der Therapie, so sind sie leider bei uns viel zu wenig bekannt.

Gehören die zwölf Schritte in englischsprachigen Ländern der Welt absolut zu einem Muss in der Therapie, so sind sie leider bei uns viel zu wenig bekannt. Wir müssen feststellen, dass zwischen dem 12-Schritte-Programm und vielen professionellen Therapiekonzepten prinzipielle Unterschiede bestehen. Während psycho- und sozialtherapeutische Konzepte Kopfkonzepte sind, die aufgrund durchdachter und meistens auch wissenschaftlicher Überprüfung entwickelt wurden, sind die 12 Schritte seit fast 70 Jahren ein reines Erfahrungsprogramm, das durch Kapitulation, Loslassen, Anvertrauen und Übergabe nacherfahren werden kann. Das aber fällt vielen so lange schwer, so lange sie glauben, etwas festhalten zu können oder zu müssen. Da Alkohol-, Medikamenten- oder Drogenkrankheit alle Lebensbereiche infiltriert und schädigt, kann nicht Abstinenz allein das Genesungsziel sein. Abstinenz ist Voraussetzung, um körperlich, seelisch, sozial und spirituell zu gesunden und ein neues Leben aufbauen zu können. Die Entscheidung zum Konsumverzicht ist die Kehrtwende vom Weg der Selbstzerstörung zum Weg der Genesung. Wenn jahrelang bestimmte Gewohnheiten und Denkmuster eingeschliffen wurden, kann der Bremsweg sehr lang sein. Auch der Weg in die Suchterkrankung ist lang und führt nicht selten zum Tod oder ins Irrenhaus. Der Weg der Genesung ist länger und führt ins Leben.

Psychoedukation

„Ein Suchtkranker ist ein Mensch, der umarmt werden möchte, während er sich isoliert“

Ziel in der PE ist, die Erkrankung besser zu verstehen und somit besser mit ihr umgehen zu können. Persönliche Erfahrungen mit der eigenen Erkrankung werden mit dem gegenwärtigen Wissen über die Erkrankung verknüpft. Auch wird auf eigene Ressourcen und Möglichkeiten zurückgegriffen, um mögliche Rückfälle zu vermeiden und so selbst langfristig die eigene Gesundheit zu stabilisieren. Die lückenlose Aufklärung unserer Gäste über die Entstehung und die Bedingungen, die zur Chronifizierung der Störung beitragen, bilden einen wichtigen Teil der Basis für eine Genesung. Da es den Betroffenen und Angehörigen oft schwerfällt, die Diagnose Abhängigkeit zu akzeptieren, hat die Psychoedukation auch die Funktion, die Stigmatisierung der Sucht zu vermindern und Barrieren zum Aufsuchen einer Behandlung abzubauen. Der Einblick in die Ursachen und Wirkungen der eigenen Krankheit, sowie der geschärfte Blick für Zusammenhänge wirken sich positiv auf die Behandlung und den weiteren Verlauf der Genesung aus. Wird der Betroffene doch nun aktiv in das Behandlungskonzept mit einbezogen und behandelt seine Krankheit im gemeinsamen Austausch sozusagen ‚gleichberechtigt‘ mit seinem Therapeuten. Eine gesunde Grundlage für einen gemeinsam erarbeiteten Behandlungserfolg. Das Rückfallrisiko kann so deutlich gesenkt werden. Betroffene und insbesondere Angehörige, die über das Krankheitsbild genauer informiert sind, fühlen sich weniger hilflos! Wichtige Elemente sind.

  • Informationsvermittlung (Symptomatik der Sucht, Ursachen, Behandlungskonzepte etc.)
  • emotionale Entlastung (Verständnis fördern, Erfahrungsaustausch mit anderen Betroffenen, Kontakte etc.)
  • Unterstützung einer medikamentösen oder psychotherapeutischen Behandlung, indem die Kooperation zwischen Therapeuten und Patient gefördert wird
  • „Hilfe zur Selbsthilfe “ (Krisensituationen werden frühzeitiger erkannt und führen zu entsprechenden selbständigen Schritten).

Viele unserer Teilnehmer haben sich durch ihr Suchtproblem von ihren Mitmenschen entfernt. Sie können sich nur schwer vorstellen, über Privatangelegenheiten mit Menschen zu sprechen, die ihnen zunächst fremd sind und haben dabei oft Schamgefühle zu bewältigen. Unkenntnis darüber, was bei einer Gruppenteilnahme erwartet wird, Befürchtungen, missverstanden und mit der eigenen Problemansicht nicht akzeptiert zu werden, stehen oft vor der Kontaktaufnahme zu einer Gruppe. Die Teilnehmer haben die Möglichkeit, sich innerhalb des geschützten Rahmens mit ihren Befürchtungen auseinanderzusetzen und ihnen nicht weiter auszuweichen. So ist es möglich, einen ersten wichtigen Schritt zur Bewältigung ihrer Probleme zu leisten. Das Kennenlernen der übrigen Teilnehmer in aufgelockerter Form und das Sprechen über eigene Befürchtungen und Erwartungen wirkt oft befreiend und mildert den Druck, dem sich viele Teilnehmer anfangs ausgesetzt fühlen. Die Erfahrung, dass andere in ähnlichen Problemlagen feststecken und die sich entwickelnde Solidarität untereinander gibt Sicherheit und macht Mut, über Probleme zu sprechen, welche bislang möglichst verschwiegen wurden. Auch wieder ein Schritt in die richtige Richtung! Jedes Gruppenmitglied behält die Eigenverantwortung, und die Schweigepflicht bleibt stets gewahrt. Eine ausgewogene Mischung der Interessen der einzelnen, der Gruppe und der Sachthemen ist für den Erfolg der Gruppentherapie von entscheidender Bedeutung, und hier liegt unsere besondere therapeutische Verantwortung.

Mindfulness

„Zwischen Reiz und Reaktion liegt ein Raum. In diesem Raum liegt unsere Macht zur Wahl unserer Reaktion. In unserer Reaktion liegen unsere Entwicklung und unsere Freiheit.“ – Viktor E. Frankl „Achtsamkeit“ – wurde vor 30 Jahren von John Kabat-Zinn einer Universitätsklinik in Massachusetts (USA) entwickelt und eingeführt und wird heute weltweit an vielen Kliniken, sozialen, sowie pädagogischen Institutionen mit großem Erfolg angeboten. Durch Mindfulness wird ein bewusster und konstruktiverer Umgang mit Stress im Alltag erreicht. Jeder, der mit einer Sucht lebt, weiß, dass Stress der Brandbeschleuniger schlechthin ist. Es geht darum, die Aufmerksamkeit auf die gegenwärtige Situation – ins Hier und Jetzt – zu lenken, auf den aktuellen Moment, und nicht in Erinnerungen, Vergangenheitsgrübeleien oder Zukunftsplanungen gefangen zu sein oder zu bleiben. Ein Ansatz, das Prinzip der „Achtsamkeit“ für therapeutische Zwecke bei Suchterkrankungen einzusetzen, kommt von Alan Marlatt aus den USA. Achtsamkeitsbasierte Prinzipien werden zunehmend für die Rückfallprophylaxe eingesetzt. Abhängiges Verhalten ist häufig damit verbunden, den aktuellen Zustand nicht akzeptieren zu können. Die Gegenwart ist bei Suchtkranken oft so negativ besetzt, dass sie nur durch das nächste Glas „verschönert“ werden kann. Durch Achtsamkeit übt der Patient, sich der ablaufenden Gedanken und Gefühle bewusst zu werden, sie zu akzeptieren und das Leben von Moment zu Moment zu erleben. Durch gezielte Achtsamkeitsübungen werden unsere Teilnehmer von Beginn darin unterstützt, sich vom destruktiven Kreislauf schädlicher Verhaltensweisen zu befreien. Mit der Risikosituationen kann in Zunft viel umsichtiger und effektiver umgegangen werden. Das Rückfallrisiko wird stark reduziert.

Ihr Nutzen

  • Ihr Rückfallrisiko wird verringert
  • Sie lernen, sich bewusst zu entspannen und Stress zu bewältigen
  • Sie empfinden inneren Frieden und Gelassenheit
  • Sie handeln aktiv und selbstbestimmt statt passiv zu reagieren
  • Sie haben mehr Kontrolle in Risikosituationen

In der Mindfulnessgruppe erlernen Sie das Mindfulness-Werkzeug und nehmen es als stabilisierendes und eigenes Werkzeug mit nach Hause.

Das Aufnahmegesräch

Grundsätzliche Aufnahmebedingung ist ein ausführliches Gespräch oder Telefonat des Teilnehmers mit unserem Arzt oder der therapeutischen Leitung. Angehörige können ebenfalls gerne ein erstes Gespräch mit uns führen und wir sehen es sehr gerne, wenn Familie oder Partner „mit im Boot“ sind. Allerdings können sie das Gespräch mit dem Betroffenen nicht ersetzen.

Das Aufnahmegespräch kann in unseren Räumen, in Hamburg oder München erfolgen, oder auch im privaten Rahmen bei Ihnen Vorort. Die Kostenpauschale hierfür kann auf die spätere Teilnahme angerechnet werden.

Im Aufnahmegespräch wird Ihre Motivationslage dahingehend abgeklärt, in wie weit Sie bereits Ihr künftiges, abstinentes Leben geplant haben, bzw. welche Schritte Sie beabsichtigen in diese Richtung zu tun. Wir wollen dadurch eine sogenannte „Drehtüren“-Entgiftung vermeiden, bei der die/der Abhängige nach kurzer Zeit wieder rückfällig wird. Durch eine gute gemeinsame Planung erhöhen sich die Chancen auf Erfolg nachweislich. Daneben führen wir ein ausführliches medizinisches und psychologisches Anamnesegespräch durch. Dabei geht es darum, welche Substanzen in welchen Mengen Sie nehmen, ob Beigebrauch vorliegt – ob es zusätzliche medizinische Probleme gibt, ob psychische Probleme / Auffälligkeiten bestehen – welche Erfahrung Sie schon mit Entgiftungen / Therapien gemacht haben und last but not least um Ihr soziales Umfeld (Partnerschaft / Arbeit).